Zukunft der EU

Juncker eröffnet die Diskussion

Globalisierung, neue Technologien, Kriege und Konflikte in der Welt, zunehmender Populismus und der Austritt des Vereinigten Königreiches: Die EU muss angesichts dieser Herausforderungen entscheiden, welchen Kurs sie künftig einschlagen will und wie sie ihre Rolle auf der Weltbühne sieht. Eine Entscheidung, die von Bürgerinnen und Bürgern, von nationalen Parlamenten und Europäischem Parlament getroffen werden muss, betonte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Um die Diskussion anzustoßen, legte die Kommission ein so genanntes Weißbuch vor, in dem fünf Szenarien für den künftigen Kurs der EU und ihre Folgen durchgespielt werden. „Zum 60-jährigen Jubiläum der Römischen Verträge gilt es, für ein geeintes Europa der 27 eine Vision für die Zukunft zu entwickeln. In diesen Zeiten sind Führungsstärke, Einheit und gemeinsamer Wille gefragt“, sagte Juncker mit Blick auf das Jubiläum am 25. März. 

„Das ist der Beginn und nicht das Ende eines Prozesses, und ich hoffe nun auf eine ehrliche und umfassende Debatte“, sagte Juncker. „Die Zukunft Europas liegt in unserer Hand.“ Er verwies auf die Errungenschaften der europäischen Einigung, auf die man mit Stolz aufbauen könne. „Europa ist es gelungen, aus der Asche des Krieges aufzuerstehen“, sagte Juncker. Seit über 70 Jahren herrsche Frieden (siehe Grafik auf Seite 2), die Europäer hätten es geschafft, den Kontinent „mit der Macht des Rechts und nicht durch den Gebrauch von Waffen“ zu einen und würden dafür in der Welt bewundert. „Der Brexit, so bedauerlich und schmerzhaft er auch sein mag, wird die EU auf ihrem Marsch in die Zukunft nicht aufhalten“, sagte er. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, skizziert die Kommission in ihrem Weißbuch, wobei Juncker mahnte, die Diskussion nicht zu stark auf die Frage nach „mehr oder weniger Europa“ zu verkürzen. Das führe in die Irre.

 

Quelle:  http://ec.europa.eu/germany/news/weissbuch_zukunft_eu27_de